Online-Shop-Kosten vergleichen: Drei Angebote, drei Preise
Ein Angebot nennt einen Festpreis für die Umsetzung, das zweite eine monatliche Lizenzmiete, das dritte eine reine Abo-Gebühr ohne sichtbare Entwicklungskosten. Wer in dieser Lage online shop kosten vergleichen will, sucht vergeblich nach einer gemeinsamen Zahl. Der Grund liegt nicht in Wucher oder Dumping: Die drei Anbieter kalkulieren von Grund auf unterschiedliche technische Modelle, Eigenentwicklung oder eine Miet- beziehungsweise Open-Source-Lösung (WKO, 2026).
Jedes Modell folgt einer eigenen Kostenlogik. Wer die drei Modelle auseinanderhält, erkennt in jedem Angebot sofort, wofür er eigentlich zahlt, und wofür nicht.
Was hinter Eigenentwicklung, Miet-Lösung (SaaS) und Open-Source-Lösung steckt
Eigenentwicklung bedeutet: Eine Agentur oder ein Entwicklerteam programmiert den Shop von Grund auf, zugeschnitten auf genau ein Unternehmen. Das bringt laut WKO „hohe Kosten, längere Entwicklungszeit und laufenden Wartungsaufwand" mit sich (WKO, 2026). Jede Funktion ist frei wählbar. Jede Funktion kostet aber auch Entwicklungszeit.
Eine Miet-Lösung (SaaS), im Fachjargon Software as a Service, funktioniert umgekehrt: Der Anbieter stellt ein fertiges System bereit und übernimmt Hosting und Updates gegen eine laufende Gebühr. Auch der Support ist inklusive. Die WKO beschreibt das als „schnellen, kostengünstigen Einstieg", nennt aber auch die eingeschränkte Anpassbarkeit als Kehrseite (WKO, 2026). Wer eine Sonderfunktion braucht, die das System nicht vorsieht, bekommt sie oft gar nicht. Flexibilität kostet hier extra.
Open-Source-Lösungen liegen dazwischen. Die Software ist meist kostenlos oder lizenzgünstig. Einrichtung und Betrieb erfordern aber technisches Know-how oder einen externen Dienstleister. Die WKO nennt „große Gestaltungsfreiheit" bei „vergleichsweise geringeren Lizenzkosten" als Vorteil (WKO, 2026). Dafür trägt der Betrieb die Verantwortung für Sicherheit und Updates selbst, oder er bezahlt jemanden dafür.
Festpreis, Lizenzmiete oder Abo: Was die genannte Zahl wirklich bedeutet
Bei Shopify beginnt das Basic-Paket bei 24 Euro im Monat bei Jahreszahlung, das Advanced-Paket bereits bei 289 Euro, schon ohne Umsetzung und Design, Schnittstellen kommen noch dazu (Shopify, 2026). Wer eine Miet-Lösung (SaaS) wie Shopify bucht, zahlt neben der monatlichen Grundgebühr zusätzlich eine Transaktionsgebühr für jeden Verkauf, die je nach gewähltem Tarif zwischen 1,7 und 2 Prozent zuzüglich 25 Cent liegt, weshalb ein Vergleich, der nur die Grundgebühr heranzieht, die tatsächliche Kostenbelastung bei wachsendem Umsatz systematisch unterschätzt (Shopify, 2026).
Dieses Modell passt, wenn der Shop schnell live gehen soll und Standardfunktionen reichen. Es passt schlecht, wenn der Umsatz stark wächst.
Shopware, eine kommerzielle Open-Source-Lösung, nennt für die Einstiegsstufe Rise einen Preis ab 600 Euro im Monat, für die Stufe Evolve ab 2.400 Euro, jeweils exklusive Umsatzsteuer (Shopware, 2026). Für die höchste Stufe, Beyond, gibt es gar keinen Listenpreis mehr, nur eine individuelle Berechnung nach Handelsvolumen, auf Englisch Gross Merchandise Value oder kurz GMV. Eine feste Zahl gibt es nicht. Shopware weist ausdrücklich darauf hin: Die genannten Zahlen sind Einstiegspreise, keine Endpreise (Shopware, 2026).
Dieses Modell passt, wenn ein Betrieb mehr Kontrolle über Design und Prozesse braucht als eine reine Miet-Lösung (SaaS) bietet. Es passt nicht, wenn das Budget von Anfang an fix und niedrig sein muss, denn die tatsächliche Endsumme steht erst nach einem Beratungsgespräch fest.
Eine Eigenentwicklung passt, wenn der Shop eng an ein bestehendes Warenwirtschaftssystem oder ein Altsystem angebunden werden muss, für das es keine fertige Schnittstelle gibt. Sie passt nicht, wenn ein funktionierender Shop rasch stehen soll, denn die Entwicklung braucht entsprechend mehr Zeit.
Für die Vergabe selbst empfiehlt die WKO ein checklistenbasiertes Vorgehen mit klar formulierten Fragen im Vorfeld, um Missverständnisse zwischen Auftraggeber und Anbieter von Anfang an zu vermeiden (WKO, 2026). Genau diese Fragen entscheiden später, ob drei Angebote überhaupt vergleichbar sind.
Ein typischer Fall: Drei Angebote, drei Formate, eine Entscheidung
Eine Geschäftsführerin eines Fachhandels in Niederösterreich will ihren Katalog online stellen und zusätzlich an die bestehende Warenwirtschaft anbinden. Sie holt drei Angebote ein. Das erste kommt von einer Digitalagentur mit einem Pauschalpreis für Design und Programmierung. Das zweite empfiehlt eine Miet-Lösung (SaaS) mit monatlicher Gebühr plus Transaktionskosten. Das dritte schlägt eine kommerzielle Open-Source-Lösung vor, mit einer Setup-Pauschale und einer laufenden Lizenz.
Auf den ersten Blick lassen sich die drei Zahlen nicht nebeneinanderlegen, weil keine von ihnen dieselbe Leistung beschreibt. Die Pauschale der Agentur enthält vermutlich die Anbindung an die Warenwirtschaft, die SaaS-Gebühr eher nicht, wenn die Schnittstelle als Zusatzmodul gilt. Die Lizenzgebühr der Open-Source-Lösung sagt wiederum nichts darüber, wer die Schnittstelle programmiert und wer sie später wartet.
Erst wenn alle drei Anbieter dieselbe Frage beantworten, etwa ob die Anbindung an die Warenwirtschaft im Preis enthalten ist oder gesondert verrechnet wird, werden die drei Zahlen vergleichbar. Das kostet eine zusätzliche Mail-Runde.
Es lohnt sich trotzdem.
Was am Ende zählt
Drei Angebote für denselben Online-Shop unterscheiden sich meist deshalb so stark, weil sie unterschiedliche technische Modelle kalkulieren, Eigenentwicklung oder eine Miet- beziehungsweise Open-Source-Lösung, nicht weil eines grundsätzlich überteuert ist. Vergleichbar werden die Zahlen erst, wenn alle Anbieter dieselben Fragen zum Leistungsumfang und zu möglichen Folgekosten beantwortet haben. Wer nur die Grundgebühr oder den Pauschalpreis nebeneinanderlegt, vergleicht meistens Äpfel mit Birnen. Als nächsten Schritt hilft oft ein kurzer, unabhängiger Blick auf die drei Angebote, wie wir ihn bei Online-Shop-Projekten anbieten, ergänzt um einen Blick in vergleichbare Referenzen.
Quellen
- WKO, E-Commerce und Webshop, Stand 20.08.2026, abgerufen 12.10.2026: https://www.wko.at/service/innovation-technologie-digitalisierung/e-commerce-und-webshop.html
- WKO, Praktische Leitfäden für die Auftragsvergabe, Stand 26.06.2026, abgerufen 12.10.2026: https://www.wko.at/sbg/information-consulting/werbung-marktkommunikation/leitfaden-ausschreibungen-pitches
- Shopify, offizielle Preisseite Österreich, abgerufen 12.10.2026: https://www.shopify.com/at/pricing
- Shopware, offizielle Preisseite, abgerufen 12.10.2026: https://www.shopware.com/de/preise/
Häufige Fragen zum Online-Shop-Kostenvergleich
Warum sind Angebote für denselben Online-Shop oft so unterschiedlich hoch?
Angebote für denselben Online-Shop unterscheiden sich meist, weil Anbieter grundsätzlich verschiedene technische Modelle kalkulieren: Eigenentwicklung, eine Miet-Lösung (SaaS) oder eine Open-Source-Lösung (WKO, 2026). Jedes Modell folgt einer eigenen Kostenlogik, von einmaliger Programmierung bis zu laufenden Lizenzgebühren. Eine höhere oder niedrigere Zahl sagt deshalb allein noch nichts über die Seriosität eines Angebots aus.
Was bedeutet SaaS bei einem Online-Shop-System?
SaaS steht für Software as a Service: Ein Anbieter stellt ein fertiges Shop-System samt Hosting, Updates und Support bereit, der Betrieb bezahlt dafür eine laufende Gebühr (WKO, 2026). Bei Shopify kommt zur monatlichen Grundgebühr zusätzlich eine Transaktionsgebühr je Verkauf dazu, die je nach Tarif unterschiedlich hoch ausfällt (Shopify, 2026). Ein Vergleich nur über die Grundgebühr greift deshalb zu kurz.
Warum nennt Shopware nur „ab"-Preise?
Shopware nennt seine Preise ausdrücklich nur als „ab"-Einstiegspreise, weil sich die tatsächlichen Kosten nach Handelsvolumen und individuellem Funktionsumfang richten (Shopware, 2026). Die Einstiegsstufe Rise beginnt bei 600 Euro im Monat, die Stufe Evolve bei 2.400 Euro, jeweils exklusive Umsatzsteuer. Für die höchste Stufe gibt es gar keinen Listenpreis mehr, nur eine individuelle Berechnung.
Welche Fragen helfen, drei Shop-Angebote objektiv zu vergleichen?
Drei Shop-Angebote werden vergleichbar, wenn jeder Anbieter dieselben Fragen zum Leistungsumfang beantwortet, etwa ob Hosting, Updates, Schnittstellen zur Warenwirtschaft und Zahlungsarten im Preis enthalten sind. Die WKO empfiehlt für die Auftragsvergabe an Dienstleister genau dieses checklistenbasierte Vorgehen, um Missverständnisse vorab auszuschließen (WKO, 2026). Ohne diese gemeinsame Basis bleibt jeder Preisvergleich zufällig.
Angebote einordnen, bevor Sie unterschreiben
Drei Angebote mit drei verschiedenen Preislogiken lassen sich nicht am Küchentisch in zehn Minuten vergleichen. Wenn Sie die vorliegenden Angebote gemeinsam durchgehen möchten, bevor Sie sich entscheiden: Ein kurzes Erstgespräch reicht, um offene Fragen zu Leistungsumfang und Folgekosten zu klären.