Das Telefon klingelt seltener. Das Kontaktformular der Website liefert nur noch alle paar Tage eine neue Anfrage, nicht mehr täglich, obwohl sich am Markt, an der Konkurrenz und am eigenen Angebot nichts geändert hat. Für Geschäftsführung und Marketing-Verantwortliche aus Wien und Niederösterreich, die genau diesen Rückgang bei weniger Anfragen über die Website beobachten, sortiert dieser Beitrag die möglichen Ursachen, bevor Geld in die falsche Maßnahme fließt.
Vier Ursachen für weniger Anfragen über die Website
Ein Blick in die Google Search Console ist meist der erste Reflex, wenn Anfragen ausbleiben. Das ist ein guter Anfang, aber nicht der einzige Ort, an dem sich die Antwort findet. Vier Richtungen kommen infrage: eine veränderte Google-Suche, die seltener zu einem Klick führt, eine Verschiebung der Recherche zu KI-Chatbots wie ChatGPT oder Perplexity, ein technisches Problem auf der eigenen Website oder Inhalte, die zwar online, aber fachlich nicht mehr aktuell sind.
Die folgenden Abschnitte gehen jede dieser vier Richtungen einzeln durch, mit den Werkzeugen, die eine Diagnose ohne Rätselraten möglich machen. Am Ende steht eine Anleitung in drei Schritten.
Google zeigt immer seltener einen Grund zum Klicken
68,01 Prozent aller Google-Suchen in den USA endeten in den ersten vier Monaten 2026 ohne einen einzigen Klick auf ein Suchergebnis. Das zeigt eine Auswertung von SparkToro auf Basis von Similarweb-Daten, berichtet von Search Engine Land. 2024 lag dieser Anteil noch bei 60,45 Prozent, macht in zwei Jahren einen Rückgang der Klickrate um rund 22,9 Prozent. AI Overviews erscheinen laut derselben Auswertung bereits bei über 20 Prozent der US-Suchen, und wenn sie erscheinen, sinkt die Klickrate um knapp 60 Prozent.
Noch deutlicher wird der Effekt, wenn bei einer Suche eine AI Overview erscheint, Googles KI-Zusammenfassung direkt in den Suchergebnissen. In Deutschland sinkt die Klickrate auf das erste organische Ergebnis dann von 27 Prozent ohne AI Overview auf 11 Prozent mit AI Overview, ein Rückgang von rund 60 Prozent. Das zeigt eine Analyse von Sistrix über mehr als 100 Millionen Keywords. Etwa jedes fünfte in Deutschland gemessene Keyword löst inzwischen ein AI Overview aus, hochgerechnet ein Verlust von 265 Millionen organischen Klicks pro Monat.
Eine unabhängige Verhaltensstudie von Pew Research Center bestätigt den Effekt aus Nutzersicht. Bei einer vorhandenen KI-Zusammenfassung klicken US-Nutzer nur in 8 Prozent der Suchsitzungen auf ein klassisches Ergebnis, ohne KI-Zusammenfassung in 15 Prozent der Fälle. Sitzungen mit KI-Zusammenfassung enden zudem häufiger ganz ohne weiteren Klick, in 26 statt 16 Prozent der Fälle.
Belastbare Zahlen für Österreich fehlen bislang. Weil Google-Suche und AI Overviews in Deutschland und Österreich technisch identisch funktionieren, ist eine ähnliche Größenordnung des Effekts für Wien und Niederösterreich plausibel, auch wenn eigenständige österreichische Studien zu Zero-Click-Suchen bislang fehlen und die genaue Zahl deshalb offen bleibt.
Wenn Kunden ChatGPT oder Perplexity fragen statt zu googeln
Ein Interessent, der heute einen Fachbetrieb in Niederösterreich sucht, tippt die Frage vielleicht direkt in ChatGPT ein, nicht in die Google-Suchleiste. Diese Recherche taucht in Google Analytics kaum auf, weil KI-Chatbots häufig ohne klassische Referrer-Information verlinken. Wer den Eindruck hat, die eigene Website wird nicht mehr gefunden, obwohl Google Analytics stabile Zahlen zeigt, prüft deshalb am besten einen zweiten Kanal.
Genau darauf zielt Generative Engine Optimization, kurz GEO: Sichtbarkeit nicht nur in der klassischen Google-Suche, sondern auch in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews. Für die Aufnahme in AI Overviews oder den AI Mode verlangt Google nach eigener Aussage keine speziellen technischen Zusatzmaßnahmen. Voraussetzung bleiben reguläre SEO-Grundlagen: eine über robots.txt crawlbare Website und Inhalte, die für Menschen geschrieben sind, nicht in erster Linie für Suchmaschinen.
Wie Sie die eigene Sichtbarkeit in ChatGPT und Perplexity konkret prüfen, zeigt der dritte Schritt weiter unten. Unsere SEO- und GEO-Betreuung setzt genau an dieser Schnittstelle an, zwischen klassischer Suche und KI-Antworten.
Technische und inhaltliche Ursachen auf der eigenen Website ausschließen
Ein Serverfehler, der drei Wochen unbemerkt bleibt, reicht aus, um Rankings spürbar zu drücken. Google nennt in der eigenen Anleitung zur Diagnose von Traffic-Rückgängen mehrere unternehmensinterne Ursachen: Algorithmus-Updates, Crawling- oder Indexierungsprobleme, Sicherheitswarnungen, Spam-Maßnahmen und saisonale Nachfrageverschiebungen. Die Google-Search-Central-Anleitung empfiehlt einen Vergleichszeitraum von rund 16 Monaten, um Saisonalität von einem echten Einbruch zu unterscheiden.
Fünf Punkte lassen sich ohne externe Hilfe prüfen:
- Meldet die Search Console Indexierungsfehler oder eine manuelle Maßnahme?
- Zeigen die Crawling-Statistiken einen Anstieg an Serverfehlern vom Typ 5xx?
- Liegt eine Sicherheitswarnung vor, etwa wegen kompromittierter Inhalte?
- Schließt die robots.txt versehentlich wichtige Seiten aus der Suche aus?
- Sind zentrale Landingpages seit Jahren inhaltlich unverändert geblieben?
Fällt die Antwort bei mehreren Punkten unklar aus, lohnt sich ein strukturierter Blick von außen. Ähnliche Fälle aus der Praxis beschreiben wir anonymisiert in unseren Referenzen.
In drei Schritten herausfinden, was bei Ihnen los ist
Schritt eins beginnt in der Google Search Console, nicht im Bauchgefühl.
Schritt 1: Search-Console-Berichte auswerten, inklusive der neuen KI-Flächen
Seit Juni 2026 zeigt die Search Console Impressionen und Klicks aus generativen KI-Funktionen wie AI Overviews und AI Mode in eigenen Leistungsberichten, getrennt von der klassischen organischen Suche. Das macht KI-bedingte Sichtbarkeitsverluste erstmals mit einem Google-eigenen Werkzeug nachvollziehbar, ohne Umweg über Drittanbieter-Tools.
Schritt 2: Zeiträume vergleichen statt einzelne Wochen zu bewerten
Ein einzelner schwacher Monat sagt wenig aus. Vergleichen Sie den aktuellen Zeitraum mit demselben Zeitraum im Vorjahr und, wenn möglich, mit den 16 Monaten davor, wie es die Google-Anleitung empfiehlt. Steigen Impressionen bei sinkenden Klicks, deutet das auf einen KI-bedingten Effekt hin. Sinken beide gemeinsam, liegt die Ursache eher technisch oder inhaltlich.
Schritt 3: Eigene Sichtbarkeit in ChatGPT und Perplexity testen
Stellen Sie ChatGPT und Perplexity dieselben Fragen, die ein Kunde vor dem Kauf stellen würde, etwa nach einem Anbieter für eine bestimmte Leistung in Wien oder Niederösterreich. Notieren Sie, ob und wie Ihr Unternehmen in der Antwort vorkommt, und wiederholen Sie den Test monatlich mit denselben Prompts. So wird aus einem einmaligen Eindruck eine Datenreihe.
FAQ zu weniger Anfragen über die Website
Meist liegt der Rückgang nicht am Markt, sondern an einer veränderten Google-Suche, einer Verschiebung der Recherche zu KI-Chatbots oder einem technischen Problem auf der eigenen Website. Google blendet bei einem wachsenden Anteil an Suchen eine AI Overview ein, die laut Sistrix-Analyse die Klickrate auf das erste Ergebnis in Deutschland von 27 auf 11 Prozent senkt.
Die neuen Leistungsberichte der Google Search Console für generative KI-Funktionen zeigen das seit Juni 2026 direkt an, getrennt von der klassischen organischen Suche. Sie sehen dort Impressionen und Klicks aus AI Overviews und AI Mode getrennt und können den Verlauf vergleichen. Ein Rückgang bei stabilen Impressionen deutet auf einen KI-bedingten Klickverlust hin.
Am zuverlässigsten testen Sie das mit eigenen Stichproben: Stellen Sie ChatGPT und Perplexity Fragen, die ein Kunde vor dem Kauf stellen würde, und prüfen, ob Ihr Unternehmen in der Antwort vorkommt. Google Analytics zeigt diese Recherchen kaum an, weil KI-Chatbots oft ohne klassischen Referrer verlinken. Wiederholen Sie den Test monatlich.
Nein, Google verlangt laut eigener Aussage keine speziellen technischen Zusatzmaßnahmen für die Aufnahme in AI Overviews oder den AI Mode. Voraussetzung bleiben reguläre SEO-Grundlagen: eine über robots.txt crawlbare Website und Inhalte, die in erster Linie für Menschen geschrieben sind. Wer die Sichtbarkeit in KI-Antworten gezielt steuern will, kann Snippet-Umfang und Indexierung über Meta-Tags wie max-snippet oder noindex beeinflussen.
Google empfiehlt in der eigenen Anleitung zur Diagnose von Traffic-Rückgängen einen Vergleichszeitraum von rund 16 Monaten, um saisonale Schwankungen von einem echten Einbruch zu unterscheiden. Erst wenn derselbe Zeitraum im Jahresvergleich deutlich schwächer ausfällt als in den Vorjahren, liegt vermutlich keine reine Saisonalität vor. Ein einzelner schwacher Monat ist noch kein Beweis.
Nächster Schritt: Sichtbarkeit im Prozess-Check prüfen lassen
Eine verlässliche Diagnose braucht selten mehr als einen Nachmittag mit Search Console, Analytics und ein paar Testfragen in ChatGPT und Perplexity. Wenn Sie diese Auswertung nicht selbst durchführen möchten oder die Ergebnisse fachlich einordnen lassen wollen: Im Prozess-Check prüfen wir Ihre Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten und zeigen konkret, wo der Hebel liegt. Vereinbaren Sie dazu ein Erstgespräch.