Ein Geschäftsführer tippt abends seine eigene Branche plus Postleitzahl in ChatGPT, so wie es seine Kunden vermutlich auch tun. Die Antwort nennt zwei Mitbewerber und keine Silbe zum eigenen Betrieb, obwohl die Website bei Google auf Seite eins steht. Für Unternehmen aus Wien und Niederösterreich, deren Anfragen über die klassische Suche zurückgehen, ist das der Moment, in dem klar wird: Google-Sichtbarkeit reicht nicht mehr aus. Wer als Betrieb in ChatGPT gefunden werden will, braucht zwei Dinge, technischen Zugang für KI-Crawler und Inhalte, die sich als Antwort eignen.
Warum Ihr Betrieb für ChatGPT und Perplexity technisch unsichtbar sein kann
GPTBot, OAI-SearchBot und ChatGPT-User crawlen für OpenAI, PerplexityBot und Perplexity-User für Perplexity, jeweils mit eigenen, dokumentierten Regeln in der robots.txt, unabhängig vom klassischen Google-Bot (OpenAI Developers Docs). Diese Bots sind vollständig von den Suchmaschinen-Crawlern getrennt. Eine Google-Freigabe hilft hier nicht.
Bei der WordPress-Wartung sehen wir das immer wieder: Ein Security-Plugin oder eine CDN-Firewall sperrt pauschal alles, was nicht als bekannter Google- oder Bing-Bot erkannt wird, und GPTBot landet ungeprüft auf der Blockliste. Perplexity weist selbst darauf hin, dass gerade generische CDN-, WAF- und Hosting-Sicherheitswerkzeuge unbekannte Bots reflexartig aussperren, oft ohne dass die Betreiber es merken (Perplexity Help Center). Betroffen sind vor allem ältere oder pauschal restriktiv eingestellte Setups, bei denen seit Jahren niemand mehr in die robots.txt geschaut hat.
Online ist nicht dasselbe wie sichtbar für eine KI.
Was wirklich nichts bringt: der Realitätscheck zu llms.txt, Schema-Markup und FAQ-Snippets
Rund 10,13 Prozent von etwa 300.000 untersuchten Domains hatten eine llms.txt-Datei im Wurzelverzeichnis. Einen messbaren Zusammenhang mit der Häufigkeit von KI-Zitierungen fand die Auswertung nicht, im Gegenteil: Das Entfernen des Merkmals aus dem Analysemodell verbesserte dessen Genauigkeit sogar (SE Ranking-Studie, zitiert in Search Engine Journal). Das ist bemerkenswert, weil llms.txt seit rund zwei Jahren als erste GEO-Maßnahme in unzähligen Checklisten kursiert.
Ähnlich ernüchternd fällt ein kontrolliertes Experiment von Ahrefs aus. 1.885 Seiten bekamen neues JSON-LD-Schema, getestet gegen 4.000 Kontrollseiten zwischen August 2025 und März 2026. Der Effekt auf Google AI Overviews lag bei minus 4,6 Prozent, statistisch auffällig in die falsche Richtung, bei Google AI Mode bei plus 2,4 Prozent und bei ChatGPT bei plus 2,2 Prozent, beide Werte nicht von Zufall zu unterscheiden (Ahrefs-Studie, zitiert in Search Engine Journal). Eine separate Analyse von 6 Millionen URLs zeigt zwar, dass zitierte Seiten dreimal häufiger JSON-LD tragen als nicht zitierte Seiten. Die Studienautoren führen das auf allgemeine Seitenqualität zurück, nicht auf das Markup selbst.
Google hat zum 7. Mai 2026 die FAQ-Rich-Results aus der Suche entfernt, bis August 2026 folgen weitere Entfernungsschritte in Search Console und Rich-Results-Test (Google-Dokumentation, zitiert in Search Engine Journal, 07.05.2026). Das FAQPage-Schema bleibt technisch gültig und schadet dem Ranking nicht, erzeugt aber kein sichtbares Suchfeature mehr. Ob es beim Parsen durch ChatGPT oder Perplexity weiterhilft, ist offen, Google hat sich dazu nicht geäußert.
Schema-Markup schadet damit nicht. Es bewegt allein nichts.
Was Inhalte laut Forschung tatsächlich zitierfähig macht
Bis zu 40 Prozent höhere Sichtbarkeit in generativen KI-Antworten erreichten Texte, die mit Zitaten, Quellenbelegen und Statistiken arbeiteten, in einem Benchmark von rund 10.000 Suchanfragen über neun Datensätze (Aggarwal et al., „GEO: Generative Engine Optimization“, KDD 2024, arXiv:2311.09735). Der Wert stammt aus GEO-BENCH, der meistzitierten akademischen Studie zum Thema, getestet an synthetisierten Antworten von GPT-3.5-turbo auf Basis von Google-Top-5-Ergebnissen, Stand November 2023. Es ist ein Bestwert unter günstigen Bedingungen, kein Durchschnitt und keine Garantie für jeden Betrieb.
Reine Autoritäts-Sprache half dagegen nicht.
Für einen Blogbeitrag oder eine Leistungsseite heißt das konkret: Eine Zahl mit Quelle schlägt eine allgemeine Behauptung, ein belegtes Detail schlägt eine vage Selbstbeschreibung. Wer schreibt „wir arbeiten zuverlässig“, liefert nichts, das ein KI-System herausgreifen kann. Wer schreibt „wir sichern WordPress-Installationen täglich per Backup ab“, liefert einen Satz, der auch ohne Kontext stimmt und sich als Antwort eignet.
Die Website-Basis, damit Ihr Betrieb in ChatGPT gefunden werden kann
Fünf Punkte lassen sich ohne größeres Projekt in ein bis zwei Stunden kontrollieren:
- robots.txt auf GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, PerplexityBot und Perplexity-User prüfen, keiner davon darf pauschal auf Disallow stehen.
- Server-Logs nach diesen Bot-Namen durchsuchen, so zeigt sich, ob sie überhaupt vorbeikommen.
- CDN- und Security-Plugin-Einstellungen, etwa WAF-Regeln, auf pauschale Bot-Blockaden kontrollieren.
- Inhalte mit klar beantworteten Fragen und belegten Zahlen strukturieren, statt nur werbliche Absätze aneinanderzureihen.
- NAP-Daten, Name, Adresse, Telefonnummer, auf Website, in den Schema.org-Daten und im Google Business Profile identisch führen.
Diese Basis deckt sich mit dem, was wir im monatlichen SEO- und GEO-Paket ohnehin prüfen, nur eben als Einstieg, den ein Betrieb zunächst selbst leisten kann.
Realistische Erwartungen statt Versprechen
Eine KI-Nennung lässt sich nicht garantieren, auch nicht mit korrekt gesetzter robots.txt und astreinem Schema-Markup. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews wählen ihre Quellen situativ und pro Anfrage neu aus. Ein Betrieb kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, nicht das Ergebnis fixieren.
Sichtbarkeit in KI-Antworten baut auf denselben Grundlagen wie klassisches SEO auf, technischer Zugang, belegte Inhalte, Zeit. Wer nach vier Wochen ein Ranking in ChatGPT-Antworten erwartet, wird enttäuscht, unabhängig vom Budget.
Das ist keine Ausrede. Es ist die ehrliche Beschreibung eines Systems, das kein Anbieter von außen steuert.
FAQ: Sichtbarkeit in ChatGPT und Perplexity
ChatGPT und Google nutzen komplett getrennte Crawler-Systeme, eine gute Google-Position sagt nichts darüber aus, ob GPTBot oder OAI-SearchBot Ihre Seite überhaupt lesen dürfen. Oft blockieren Security-Plugins oder CDN-Firewalls diese Bots unabsichtlich, weil sie nur bekannte Suchmaschinen-Bots zulassen. Eine Prüfung der robots.txt und der Server-Logs zeigt, ob das bei Ihnen der Fall ist.
Eine llms.txt-Datei schadet nicht, bringt laut aktueller Untersuchung aber auch keinen nachweisbaren Vorteil bei KI-Zitierungen. Eine Auswertung von rund 300.000 Domains fand keinen Zusammenhang zwischen llms.txt und Zitierhäufigkeit, das Entfernen des Merkmals verbesserte das Analysemodell sogar. Priorität hat deshalb die technische Erreichbarkeit für GPTBot, PerplexityBot und Co., nicht die Datei selbst.
FAQPage-Schema erzeugt seit 7. Mai 2026 kein sichtbares Suchergebnis-Feature mehr bei Google, bleibt technisch aber weiterhin gültig und schadet dem Ranking nicht. Ob die Auszeichnung ChatGPT oder Perplexity beim Erfassen von Frage-Antwort-Inhalten hilft, ist offen, Google hat sich dazu nicht geäußert. Sinnvoll bleibt das Format trotzdem, weil eine klare Frage-Antwort-Struktur Inhalte für Menschen wie Maschinen leichter lesbar macht.
Einen festen Zeitrahmen gibt es nicht, weil KI-Systeme ihre Quellen situativ und pro Anfrage neu wählen. Sichtbarkeit in KI-Antworten baut auf denselben Grundlagen wie klassisches SEO auf, technischer Zugang, belegte Inhalte, Zeit, und lässt sich nicht durch eine einzelne Maßnahme erzwingen. Wer nach wenigen Wochen ein festes Ergebnis erwartet, verwechselt Wahrscheinlichkeit mit Garantie.
Nein, ein kontrolliertes Experiment mit 1.885 Seiten zeigt, dass nachträglich hinzugefügtes JSON-LD-Schema die Zitierrate bei ChatGPT und Google AI Mode nicht signifikant erhöht und bei Google AI Overviews in der Stichprobe sogar leicht senkt. Schema-Markup korreliert mit häufigerer Zitierung, weil zitierte Seiten oft ohnehin qualitativ hochwertiger sind, nicht weil das Markup selbst wirkt. Wirksamer sind technischer Bot-Zugang und belegte Inhalte.
Der nächste Schritt: ein Website-Basis-Check
Ob GPTBot und PerplexityBot Ihre Website überhaupt lesen können, lässt sich in einem kurzen Website-Basis-Check klären, robots.txt, Bot-Zugriffe in den Logs, NAP-Konsistenz und die Struktur der wichtigsten Inhalte. Schreiben Sie uns über das Kontaktformular, wir sagen Ihnen konkret, wo Ihr Betrieb technisch steht, bevor Sie in weitere Maßnahmen investieren.